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                                    SCHWERPUNKT24Die Chancen und n%u00e4chsten Schritte Die Industrie ist bereits ein Vorreiter-Sektor, der im Vergleich zu 1990 die Emissionen bereits um 40 Prozent senken konnte. Im gleichen Zeitraum hat er die Wertsch%u00f6pfung etwa verdoppelt. Um diesen Weg weitergehen zu k%u00f6nnen, braucht es deshalb langfristig Wasserstoff als Erg%u00e4nzung zur Elektrizit%u00e4t. Auch f%u00fcr die saisonale Stromspeicherung gibt es Chancen. Die Schweiz ist ein Alpenland mit dunklen und kalten Wintern, in denen sie in der Regel auf Stromimporte angewiesen ist. Wasserstoff kann eine erneuerbare Alternative bieten, um Engp%u00e4sse inl%u00e4ndisch zu decken. Letztlich entstehen auch Chancen in der Mobilit%u00e4t: Batteriebetriebene PKW und LKW sind hier die Zukunft. Doch es gibt auch Nischen, wo Wasserstoffantriebe Sinn ergeben, besonders bei schwerem Gef%u00e4hrt und langen Distanzen. Diese Diversifikationsm%u00f6glichkeit sollte genutzt werden.economiesuisse ist der politische Dachverband der Schweizer Wirtschaft. Er b%u00fcndelt die Interessen von rund 100 Branchenverb%u00e4nden, 20 Handelskammern und zahlreichen Einzelunternehmen. Insgesamt vertritt economiesuisse etwa 100.000 Schweizer Firmen mit etwa zwei Millionen Besch%u00e4ftigen im Inland. Der Verband setzt sich f%u00fcr einen wettbewerbsf%u00e4higen, innovativen und nachhaltigen Standort Schweiz ein.Wie gestaltet sich der Weg vorw%u00e4rts f%u00fcr die Schweiz? Der Bundesrat hat Ende Dezember seine lange erwartete %u201eWasserstoffstrategie%u201c pr%u00e4sentiert. Darin skizziert er, was es braucht, damit die Wasserstoffwirtschaft in der Schweiz ankommt. Ab 2025 wird ein Herkunftsnachweissystem f%u00fcr erneuerbare und emissionsarme fl%u00fcssige und gasf%u00f6rmige Brenn- und Treibstoffe sowie f%u00fcr Wasserstoff (HKN-System) aufgebaut werden. Das klingt technisch und unspektakul%u00e4r, ist aber die Basis f%u00fcr die Handelbarkeit dieser Stoffe. Und f%u00fcr Transparenz %u00fcber die Qualit%u00e4t. Bis 2035 soll der Anschluss an das Europ%u00e4ische Verteilnetz sichergestellt und die Versorgung durch internationale Partnerschaften gew%u00e4hrleistet werden. Die Schweiz ist im Herzen von Europa und verf%u00fcgt %u00fcber eine Transit-Gasleitung zwischen Italien und Deutschland. Diese Faktoren machen sie zur idealen Drehscheibe.Wie es auch immer kommt, es ist klar, dass der Weg zur Wasserstoffwirtschaft nicht gradlinig sein wird. Die Molek%u00fcle befl%u00fcgeln Fantasien und manchmal auch Illusionen. Ihr realistisches Potenzial wird sich in den n%u00e4chsten Jahren beweisen m%u00fcssen. Dazu braucht es Pragmatismus und ein schrittweises, gemeinsames Vorgehen von Politik und Wirtschaft.
                                
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